14. Internationale Tagung

Wirtschaftsinformatik

Human Practice.

Digital Ecologies.

Our Future.

Siegen, 24.02. - 27.02.2019

Registrierung ist online

Das Registrierungssystem ist nun freigeschaltet. Alle Informationen finden Sie hier.

Termine

Full Paper / Research in Progress

  • Einreichung der Beiträge: 14.09.2018
  • Benachrichtigung über Fast- and Constructive AE Rejects: 28.09.2018
  • Benachrichtigung über Review-Ergebnisse: ab 06.10.2018
  • Einreichung der überarbeiteten Beiträge: 20.11.2018
  • Track-Chair Meeting mit Entscheidung über die Revised Paper: 14./15.12.2018

Industrial & Applied Sciences

  • Einreichung der Beiträge: 12.10.2018 19.10.2018
  • Benachrichtigung über Annahme/Ablehnung: 23.11.2018
  • Einreichung der druckfertigen Beiträge: 07.12.2018

Student Track

  • Einreichung der Beiträge: 12.10.2018  über Editorial Manager
  • Einladung der Studierenden: 23.11.2018
  • Einreichung der druckfertigen Beiträge: 07.12.2018

Teilnahme

  • Early Bird: 23.12.2018
  • Regular: 20.02.2018
  • Onsite: Die Anmeldung vor Ort ist ebenfalls möglich.
  • Weitere Details zur Registrierung finden Sie hier.

Workshops

  • Einreichung der Beiträge: 14.09.2018
  • Benachrichtigung über Annahme/Ablehnung: 29.09.2018
  • Workshop-Tag: 24.02.2019

Doctoral Consortium

  • Einreichung der Kurzfassung (Exposé): 15.10.2018 05.11.2018
  • Einladung der Doktoranden/innen: 30.11.2018 17.12.2018
  • Einreichung der Langfassung:28.01.2019 04.02.2019
  • Doctoral Consortium in Siegen: 23. – 24.02.2019

Demo & Prototyping

  • Einreichung der Beiträge: 31.08.2018 14.09.2018
  • Benachrichtigung über Fast- and Constructive AE Rejects: 14.09.2018 28.09.2018
  • Benachrichtigung über Review-Ergebnisse: ab 12.10.2018 26.10.2018
  • Einreichung der überarbeiteten Beiträge: 26.10.2018 09.11.2018

Calls und weitere Informationen

Call for Papers und Workshops

Eine Übersicht über den Call for Paper finden Sie hier. Den Call for Workshops finden Sie hier.

Programm

Der zeitliche Ablauf der WI2019 kann in der Programmübersicht eingesehen werden.

Zeitraum: 24.02. – 27.02.2019

Ort: Siegerlandhalle, Koblenzer Str. 151, 57072 Siegen

Pre-Conference Workshops

Eine Übersicht aller Pre-Conference Workshops finden Sie hier.

Wissenschaftliche Tracks

Eine Übersicht über die finalen wissenschaftlichen Tracks finden Sie hier.

Networking und Events

Um die jungen Talente zu fördern, bieten wir Ihnen das Nachwuchswissenschaftler-Treffen. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Kontakt

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, falls Sie Fragen haben.

Human Practice, Digital Ecologies, Our Future

Die Wirtschaftsinformatik-Tagung geht in Ihre 14. Ausgabe, und ihr Themenfeld hat nichts von seiner ökonomischen und gesellschaftlichen Brisanz verloren. Es scheint im Gegenteil so zu sein, dass erst langsam deutlich wird, wie konsequent Informationstechnologien jeden Aspekt unseres Alltags, ja unserer Existenz, umgestalten. Heute nennen wir diesen Umgestaltungsprozess „Digitalisierung“, und er entspricht bildlich gesehen einer Flamme, von der immer noch nicht klar sein mag, ob sie wärmt oder verbrennt, aber jedem wird klar, dass man sich damit auseinandersetzen muss.

Was bedeutet dies für die Wirtschaftsinformatik als Motor und wissenschaftlicher Unterbau dieses Umgestaltungsprozesses? Der Natur einer Wissenschaft entspricht es, sich nicht auf Ihren Erfolgen auszuruhen, sondern das Erreichte in seinen ökonomischen und gesellschaftlichen Effekten kritisch zu reflektieren, und nach neuen Herausforderungen zu suchen. Das Motto der Konferenz will Arenen ausleuchten, in denen diese Reflektionen stattfinden können.

(Menschliche) Praxis

Eine der Erfolgsgeschichten der Wirtschaftsinformatik in den 90er Jahren war die Verbindung von Geschäftsprozessorientierung und Informationsmanagement. Die neuen digitalen Möglichkeiten haben die existierenden Praktiken des betrieblichen Managements fundamental verändert. Aus betrieblicher Sicht überwog der erwartbare Nutzen einer IT-Unterstützung alle Kosten der Veränderung einer „analogen“ betrieblichen Praxis bei weitem.

Die heutige Welt ist komplexer. Kosten und Aufwände von Digitalisierungsprozessen sind schrittweise präsenter geworden (früh z.B. in der Total-Cost-Of-Ownership-Studie Ende der 90er, heute z.B. im Weißbuch „Industrie 4.0“). Die Konzeption und Einführung neuer technologischer Konzepte findet zudem nicht mehr auf der grünen Wiese statt, sondern muss sich immer stärker an den bereits existierenden IT-gestützten Praktiken messen lassen. Mit anderen Worten, wir sind mittendrin im Prozess der Digitalisierung, nicht an seinem Anfang.

Selbst in noch jungen Anwendungsdomänen mit relativ niedrigem Digitalisierungsfaktor müssen anspruchsvolle Rahmenbedingungen beachtet werden (z.B. private und öffentliche Interessen im Gesundheitsbereich oder im Krisenmanagement, oder extrem hohe Investitionskosten im Produktionssektor). Nimmt man dann noch Beispiele zur Kenntnis, nach denen nicht das Management, sondern die Mitarbeiter lokale Treiber der Digitalisierung sind (wenn sie z.B. WhatsApp-Gruppen auf privaten Handys benutzen, um Teile des Produktionsmanagements abzuwickeln), wird klar, dass unsere Disziplin von einer stärkeren Einbeziehung existierender Arbeits- und Organisationspraxis nicht nur als Risikomanagementstrategie, sondern auch als Innovationsgenerator nur profitieren kann.

Wenn es dann darum geht, nicht nur für, sondern mit allen Ebenen betrieblicher Praxis zu forschen, muss eine Wissenschaftsdisziplin auch die eigene methodische Praxis in diese Richtung neu erfinden. Hierbei kann uns die traditionell enge Verbindung mit Unternehmen und deren Präsenz in unseren Diskussionsforen helfen.

Digitale Ökologien

Die wachsende technische Vernetzung ist eines der sichtbareren Phänomene des fortschreitenden Digitalisierungsprozesses, deren Effekt auf Arbeits- und Prozessorganisation, Geschäftsmodelle und digitalen Lebenspraktiken des Kunden gar nicht überbewertet werden kann. Wir können nicht mehr über isolierte Produkte oder technologische Konzepte diskutieren, ohne ihre Interaktion mit benachbarten technischen und organisationalen Infrastrukturen einzubeziehen. Ökonomisch hochrelevante Phänomene wie Cloud-Speicher, App-Stores oder Plattformen der ‚Sharing Economy‘ wie Uber und AirBnB zeigen, wie Grenzen und ökonomische Wirkmechanismen von IT-Systemen neu verhandelt werden, und erfordern ein Denken in Digitalen Ökologien. Dieses Denken muss das Bewusstsein für neue Handlungschancen kultivieren, aber auch für neue Abhängigkeiten, mit denen man umgehen muss. Spürbar wird dieses Bewusstsein bereits z.B. in Privatheits- und Sicherheitsdiskursen rund um datengetriebene Geschäftsmodelle oder in der Neuausrichtung einer früher produktorientierten Softwareentwicklung als kontinuierliche Infrastrukturdienstleistung, deren Geschäftsmodelle sich zunehmend auch auf digital erweiterte traditionelle Produkte und Dienstleistungen wie z.B. Turbinen oder Produktionsmaschinen übertragen. Auch hierfür ist eine Neuausrichtung bzw. Weiterentwicklung des Methodenrepertoires unserer Disziplin sinnvoll.

Unsere Zukunft

Eine stärkere Auseinandersetzung mit der Praxis der handelnden Akteure in Verbindung mit einem erhöhten Bewusstsein für Digitale Ökologien und den damit verbundenen neuen Berührungspunkten und Abhängigkeiten vormals separater Prozesse und Handlungsfelder mündet letztendlich in die gesellschaftliche Kernfrage der Digitalisierung: Wer gestaltet die Zukunft?

Digitalisierung erlaubt nicht nur neue Produkte und Dienstleistungen, immer weiter sinkende Transaktionskosten ermöglichen neue Interaktionen und Beziehungen zwischen Anbietern und Kunden, zwischen Technikentwicklern und Techniknutzern, und in der B2B-Zusammenarbeit, die Kooperationen unterstützen, wo das Handeln früher durch Märkte koordiniert wurde. Digitalisierung ist auch die Chance durch eine gemeinsame Gestaltung der Zukunft nachhaltigem Handeln eine neue Grundlage zu geben, und sowohl auf betrieblicher als auch gesellschaftlicher Ebene eine erhöhte Resilienz gegenüber Gefahren für Marktpositionen und Arbeitsplätze zu erreichen.

Mitten in der Digitalisierung sehen wir aber auch, wie unsere Wissenschaftsdisziplin ihre Monopolstellung zu ökonomisch relevanten Digitalisierungsfragen in dem Maße verliert, in dem sich andere Disziplinen mit diesen Konzepten und Effekten stärker auseinandersetzen. Hier finden sich Beispiele von der Politologie über die Jura bis hin zur Verfahrenstechnik und zum Maschinenbau. „Unsere“ Zukunft ist eben nicht nur die Zukunft der Wirtschaftsinformatik an sich, sondern auch die Zukunft der Gestaltung ihrer Beziehung zu anderen Domänen und Wissenschaftsdisziplinen.

Diesen Arenen will die Tagung „Wirtschaftsinformatik 2019“ Raum geben, und wir laden Sie herzlich dazu ein, sich zu beteiligen!